-
Tag 5 – Manchmal ist der klügste Weg nicht der längste
13. Juli 2026 | Durch den Naturpark Knüll bis nach Göttingen Nach einer ruhigen Nacht und endlich wieder richtig erholsamem Schlaf fühlte ich mich am Morgen deutlich frischer als an den Tagen zuvor. Trotzdem wusste ich, dass die Hitze auch heute wieder eine große Rolle spielen würde. Deshalb klingelte der Wecker früh, und schon am Morgen saß ich wieder im Sattel. Die kühlen Stunden wollte ich möglichst gut nutzen, bevor die Temperaturen erneut die 30-Grad-Marke erreichten. Eines hatte ich aus den vergangenen Tagen gelernt: Nicht jede vermeintliche Abkürzung ist tatsächlich eine gute Idee. Also nahm ich mir diesmal etwas mehr Zeit, um meine Route sorgfältig zu prüfen. Tatsächlich fand ich…
-
Tag 3 – Durch die Rhön zur verdienten Abkühlung
11. Juli 2026 | Von Zellingen nach Schlitz – 126 Kilometer Nach der unruhigen Nacht auf dem Campingplatz in Zellingen fiel das Aufstehen erstaunlich leicht. Um 8 Uhr saß ich wieder auf dem Fahrrad. Die Ereignisse des Vorabends wollte ich möglichst schnell hinter mir lassen – vor mir lagen 126 Kilometer und die Vorfreude auf neue Landschaften. Die ersten Kilometer verliefen genau so, wie man sich einen Sommertag auf dem Rad wünscht. Der Main-Radweg führte mich zunächst über Karlstadt bis nach Gemünden am Main. Die Morgensonne war noch angenehm, der Fluss lag ruhig neben dem Radweg und ich konnte den Tag deutlich entspannter beginnen als den vorherigen. In Gemünden gönnte…
-
900 Kilometer später – warum ich eigentlich losgeradelt bin
Heute ist Mittwoch. Vor nicht einmal einer Woche, am Donnerstagnachmittag, bin ich in Ulm auf mein Fahrrad gestiegen. Seitdem liegen fast 900 Kilometer hinter mir.120, 140, 160 Kilometer am Tag. Bei Temperaturen um die 30 Grad.Viele werden denken, ich wollte möglichst schnell nach Stockholm.Aber wenn ich ehrlich bin, wollte ich gar nicht nach Stockholm.Ich wollte einfach nur weg.Weg von den letzten Wochen. Weg von dem Druck. Weg von dem Frust, der sich langsam in mir aufgebaut hatte.Von Anfang an habe ich Gas gegeben. Kilometer für Kilometer. Ich hatte keine Lust zu fotografieren. Keine Lust zu bloggen. Keine Lust, schöne Geschichten zu schreiben. Ich wollte einfach nur treten. Immer weiter.Denn ich…
-
Tag 2 – Kilometer sammeln zwischen Fachwerk, Weinbergen und Hitze
10. Juli 2026 | Von Nördlingen nach Zellingen – ca. 160 Kilometer Der zweite Tag meiner Reise begann deutlich früher als der erste. Bereits kurz vor sieben Uhr rollte ich vom Hof meiner Gastgeber los. Bevor ich mein Zelt endgültig verstaut hatte, kam Nadine noch einmal vorbei, um sich von mir zu verabschieden. Genau diese kleinen Gesten machen One Night Tent für mich so besonders. Aus einer einfachen Übernachtung wird schnell eine persönliche Begegnung.Für diesen Tag hatte ich mir bewusst eine lange Etappe vorgenommen. Die knapp 160 Kilometer waren kein Selbstzweck, sondern Teil meiner Planung. Ich möchte mir in den ersten Tagen einen Zeitpuffer erarbeiten, um später – falls die…
-
Tag 1 – Der erste Tritt in ein großes Abenteuer
09. Juli 2026 | Von Unterkirchberg nach NördlingenEs war 14:45 Uhr, als ich die ersten Pedalumdrehungen machte. Der Moment, auf den ich monatelang hingearbeitet hatte, war endlich da: Meine Reise von Ulm bis nach Stockholm begann.Selten zuvor haben mir so viele Menschen vor der Abfahrt Glück gewünscht. Familie, Freunde, Kollegen – alle hofften, dass ich gesund ankomme und alles gut verläuft. Diese Wünsche gaben mir ein gutes Gefühl, machten mir aber auch bewusst, wie groß dieses Abenteuer tatsächlich ist.Vor der Abfahrt hatten sich noch einige meiner Kollegen aus dem Konzernbetriebsrat mein voll bepacktes Fahrrad angesehen. Zwischen neugierigen Blicken und anerkennendem Staunen fiel auch mehr als einmal mit einem Augenzwinkern der Satz: „Du spinnst!“ Ich musste lachen. Wahrscheinlich…
-
Noch zwei Tage – zwischen Alltag und Abenteuer
Noch zwei Tage. Eigentlich müsste ich längst voller Vorfreude sein. Dieses Kribbeln im Bauch, das mich sonst schon Wochen vor einer großen Tour begleitet, ist dieses Mal erstaunlich spät gekommen. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich auch warum. Die vergangenen Wochen waren geprägt von Terminen, Verantwortung und Organisation. Ich durfte an einem Kommunikationscamp der IGBCE teilnehmen, habe mich intensiv mit Kommunikation und Kommunikationszirkeln beschäftigt. Gleichzeitig mussten wir im Betriebsrat wegen der aktuellen Situation unsere Klausurtagung nur eine Woche vorher komplett neu planen. Dazu kamen zahlreiche Gespräche mit Beratern, die Organisation von Unterstützungsmaßnahmen für den Betriebsrat und viele weitere Termine. Und als wäre das nicht genug, stehen in den nächsten…
-
„Emil & Karl – Kleine Reifen, Große Berge“ – dieser Film zeigt, worum es beim Radreisen wirklich geht
Normalerweise stelle ich hier auf dem Blog eher Bücher rund um Radreisen, Abenteuer und Outdoorleben vor. Aber diesmal mache ich eine Ausnahme. Denn das Video „Emil & Karl – Kleine Reifen, Große Berge“ hat mir so gut gefallen, dass ich es einfach erwähnen muss. Es gibt Filme, die beeindrucken durch Extreme. Höher. Schneller. Wilder.Und dann gibt es Filme wie „Emil & Karl – Kleine Reifen, Große Berge“, die etwas viel Wertvolleres schaffen: Sie berühren. Der Film, der im Rahmen der Banff Mountain Film Festival World Tour gezeigt wird und inzwischen auch kostenlos auf YouTube angeschaut werden kann, begleitet die beiden jungen Väter Jakob Breitwieser und Konstantin Kappe auf einer sechstägigen…
-
Mit dem Fahrrad nach Schweden – mein großes Sommerabenteuer 2026
Am 9. Juli ist es endlich soweit. Nach Monaten voller Karten, Komoot-Routen, Ausrüstungslisten und ständig kreisender Gedanken über Straßen, Küsten, Wälder und mögliche Schlafplätze werde ich morgens in Ulm auf mein Fahrrad steigen und einfach losfahren. Erst Richtung Norden. Durch Deutschland. Nach Fehmarn. Dann weiter durch Dänemark. Und irgendwann wartet dort die Fähre nach Helsingborg. Allein dieser Gedanke fühlt sich gerade noch ein wenig unwirklich an. Denn ab diesem Moment beginnt für mich genau die Reise, von der ich schon lange träume:Einmal quer durch Schweden. Fast einen ganzen Monat lang. Mit dem Fahrrad. Ohne Eile. Ohne festen Luxus. Einfach unterwegs sein. Ich werde entlang der schwedischen Westküste fahren, durch kleine…
-
Immer Richtung Süden – Wiebke Lühmann
Es gibt Bücher, die liest man – und es gibt Bücher, die bleiben. Die Reisegeschichte von Wiebke Lühmann gehört ganz klar zur zweiten Kategorie. Nicht nur wegen der nackten Zahlen über 20.000 Kilometer, mehr als 400 Tage unterwegs, von Freiburg bis nach Kapstadt sondern vor allem wegen der Tiefe, mit der sie diese Reise erzählt. Schon nach wenigen Seiten wird klar: Hier geht es nicht einfach um eine klassische Radreise im Sinne von „Start, Strecke, Ziel“. Natürlich kommen Landschaften, Länder und Begegnungen vor, aber das eigentliche Zentrum des Buches ist etwas anderes das Innenleben. Wiebke nimmt dich mit in ihre Gedankenwelt, in ihre Zweifel, Ängste, Hoffnungen und die ganz großen…
-
Ortlieb Fork-Pack Plus am Canyon Grail CF SLX 8 Di2 – Ultraleichtes Bikepacking am Gravelbike
Das Canyon Grail CF SLX 8 Di2 ist eigentlich eine klare Rennmaschine. Entwickelt für Geschwindigkeit, Effizienz und Performance auf langen Distanzen – weniger für klassisches Bikepacking mit viel Gepäck. Aber genau hier liegt der Reiz: Wer wie ich gerne lange Strecken entspannt fährt und dabei minimalistisch unterwegs sein will, kann dieses Gravelbike perfekt für Ultra-Light-Bikepacking nutzen. Mit der richtigen Ausrüstung lässt sich das Grail erstaunlich vielseitig einsetzen. Eine meiner liebsten Lösungen: das Ortlieb Fork-Pack Plus. In Kombination mit der Canyon LOAD Gabel Zusatzhalterung wird aus dem sportlichen Gravelbike ein echter Abenteurer. Warum das Ortlieb Fork-Pack Plus perfekt für mein Setup ist Das Ortlieb Fork-Pack Plus überzeugt durch ein extrem robustes,…