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Kopenhagen – Königliche Geschichte, maritime Atmosphäre und neue Energie für die Weiterreise

Nach dem ruhigen ersten Tag fühlte ich mich heute schon deutlich erholter. Die Beine waren zwar noch etwas müde von den vergangenen Radetappen, aber ich hatte wieder Lust, Kopenhagen intensiver zu erkunden. Deshalb wurden meine Kreise heute etwas größer. Das Wetter blieb angenehm mit frischen Temperaturen und gelegentlichen Wolken – ideales Wetter für eine ausgedehnte Stadttour.

Mein erster Weg führte mich zum Schloss Amalienborg, der Residenz der dänischen Königsfamilie. Die vier nahezu identischen Rokokopaläste bilden einen beeindruckenden achteckigen Schlossplatz, in dessen Mitte das Reiterstandbild von König Friedrich V. steht. Obwohl hier bis heute Mitglieder der königlichen Familie wohnen und arbeiten, wirkt das Schloss überraschend offen und zugänglich. Die Wachen in ihren markanten Uniformen gehören natürlich ebenso zum Bild wie die vielen Besucher, die den Platz bestaunen.

Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich die gewaltige Frederikskirche, besser bekannt als die Marmorkirche. Schon von außen beeindruckt ihre riesige grüne Kupferkuppel, die zu den größten Europas zählt. Im Inneren herrscht eine fast meditative Ruhe. Die schlichte Eleganz, die harmonischen Proportionen und das einfallende Licht schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, die mich für einige Minuten innehalten ließ.

Von dort führte mein Weg entlang des Hafens zur wohl bekanntesten Einwohnerin Kopenhagens – der Kleinen Meerjungfrau. Die nur 1,25 Meter hohe Bronzestatue wurde 1913 aufgestellt und basiert auf dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen. Obwohl sie deutlich kleiner ist, als viele Besucher erwarten, strahlt sie eine besondere Wirkung aus. Vielleicht gerade deshalb, weil sie so schlicht und unaufgeregt am Wasser sitzt und über den Hafen blickt.

Direkt dahinter beginnt das Kastellet, eine der besterhaltenen sternförmigen Festungsanlagen Europas. Die Anlage wurde im 17. Jahrhundert zum Schutz Kopenhagens errichtet und wird bis heute teilweise militärisch genutzt. Gleichzeitig ist sie heute eine weitläufige Parkanlage, in der Einheimische joggen, spazieren gehen oder einfach die Ruhe genießen. Beim Spaziergang auf den begrünten Wallanlagen eröffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf den Hafen und die historischen Gebäude.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter zum Schloss Rosenborg. Das im Stil der niederländischen Renaissance erbaute Schloss entstand Anfang des 17. Jahrhunderts unter König Christian IV. und beherbergt heute die dänischen Kronjuwelen sowie zahlreiche königliche Kunstschätze. Besonders beeindruckend ist jedoch auch der Kongens Have, der Königsgarten. Er gilt als ältester königlicher Park Dänemarks und ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische. Zwischen Blumenbeeten, alten Bäumen und gepflegten Rasenflächen herrscht eine entspannte Atmosphäre, die perfekt zu dieser Stadt passt.

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Botanische Garten der Universität Kopenhagen. Mehr als 13.000 Pflanzenarten wachsen hier auf einer Fläche von rund zehn Hektar. Besonders bekannt sind die historischen Gewächshäuser aus dem 19. Jahrhundert mit ihrer beeindruckenden Eisen- und Glaskonstruktion. Selbst mitten in einer Großstadt fühlt sich dieser Ort wie eine kleine grüne Oase an.

Je länger ich durch Kopenhagen lief, desto mehr verstand ich, warum diese Stadt regelmäßig zu den lebenswertesten Städten der Welt gezählt wird. Historische Bauwerke stehen hier ganz selbstverständlich neben moderner Architektur. Überall gibt es Parks, Wasserflächen und breite Radwege. Trotz der Größe der Stadt wirkt nichts hektisch oder laut. Alles scheint gut durchdacht zu sein und vermittelt eine angenehme Gelassenheit.

Am Nachmittag kehrte ich schließlich ins Hotel zurück. Die Zeit nutzte ich, um weiter an meinem Blog zu arbeiten und die vielen Eindrücke der vergangenen Tage festzuhalten. Anschließend wurden die Packtaschen wieder sorgfältig gepackt. Nach zwei erholsamen Tagen in Kopenhagen sollte es am nächsten Morgen wieder auf das Fahrrad gehen. Inzwischen war die Müdigkeit der ersten Etappen fast verschwunden und die Vorfreude auf Schweden wuchs mit jeder Minute.

Kopenhagen war für mich weit mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Stockholm. Die Stadt verbindet Geschichte, moderne Architektur, Nachhaltigkeit und Lebensqualität auf eine beeindruckende Weise. Zwei Tage waren gerade genug, um einen guten Eindruck zu bekommen – aber definitiv zu wenig, um alles zu entdecken. Ich bin mir sicher: Das war nicht mein letzter Besuch in der dänischen Hauptstadt.

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