Mit dem Fahrrad nach Schweden – mein großes Sommerabenteuer 2026
Am 9. Juli ist es endlich soweit.
Nach Monaten voller Karten, Komoot-Routen, Ausrüstungslisten und ständig kreisender Gedanken über Straßen, Küsten, Wälder und mögliche Schlafplätze werde ich morgens in Ulm auf mein Fahrrad steigen und einfach losfahren. Erst Richtung Norden. Durch Deutschland. Nach Fehmarn. Dann weiter durch Dänemark. Und irgendwann wartet dort die Fähre nach Helsingborg.
Allein dieser Gedanke fühlt sich gerade noch ein wenig unwirklich an.
Denn ab diesem Moment beginnt für mich genau die Reise, von der ich schon lange träume:
Einmal quer durch Schweden. Fast einen ganzen Monat lang. Mit dem Fahrrad. Ohne Eile. Ohne festen Luxus. Einfach unterwegs sein.
Ich werde entlang der schwedischen Westküste fahren, durch kleine Küstenorte rollen, die Ostsee sehen, durch Wälder fahren, an Seen schlafen und irgendwann nach vielen Tagen tatsächlich Stockholm erreichen. Danach geht es weiter entlang der Ostküste und mitten hinein in das Herz von Småland. Genau in dieses Schweden, das viele nur aus Astrid-Lindgren-Geschichten kennen:
rote Holzhäuser, stille Wälder, kleine Seen, lange helle Sommerabende und Straßen, auf denen man manchmal minutenlang keinem Menschen begegnet.
Je näher der Start kommt, desto stärker wird meine Vorfreude.
Nicht auf Luxus oder Hotels. Sondern auf genau diese einfachen Momente, die man zuhause oft völlig vergisst. Morgens irgendwo am Wasser aufzuwachen. Den Kocher anzumachen. Den ersten Kaffee zu trinken, während langsam Nebel über einem schwedischen See aufsteigt. Den ganzen Tag nur vom Wetter, vom Wind und der eigenen Kraft abhängig zu sein. Abends erschöpft an einem ruhigen Platz zu sitzen und zu merken, dass man eigentlich gar nicht mehr braucht.
Genau darauf freue ich mich.
Meine Route führt mich zunächst entlang der Westküste über Helsingborg, Ängelholm, Båstad, Halmstad und Falkenberg. Schon dort beginnt vermutlich dieses typische Gefühl von Freiheit, das man nur auf langen Radreisen erlebt. Der Wind vom Meer. Die langen Tage. Das Licht. Kleine Häfen. Ruhige Straßen. Irgendwo am Abend mit Blick auf die Küste sitzen und einfach nur ankommen.
Doch danach beginnt der Teil der Reise, der mich vermutlich am meisten faszinieren wird.
Es geht langsam hinein ins schwedische Inland. Durch Regionen, die viele Touristen niemals sehen. Kleine Orte wie Ulricehamn, Varnhem oder Askersund. Straßen zwischen Wäldern und Seen. Keine großen Sehenswürdigkeiten. Kein Dauerprogramm. Sondern einfach dieses langsame Unterwegssein.
Und genau darin liegt für mich der Reiz dieser Reise.
Nicht möglichst viele Highlights abhaken. Nicht Kilometer sammeln für irgendeine Statistik. Sondern Schweden wirklich erleben. Mit all seinen ruhigen Momenten. Mit Regen, Wind, Sonne und Erschöpfung. Mit diesen Abenden, an denen man nach hundert Kilometern völlig müde irgendwo sitzt und trotzdem das Gefühl hat, genau am richtigen Ort zu sein.
Besonders gespannt bin ich auf Stockholm. Ich glaube, diese Stadt wird sich nach zwei oder drei Wochen auf dem Fahrrad völlig anders anfühlen als jede andere Städtereise zuvor. Wenn man mit eigener Muskelkraft dort ankommt, verändert das wahrscheinlich den Blick auf alles. Plötzlich wird aus einer Stadt nicht einfach ein Reiseziel, sondern ein Teil des eigenen Weges.
Doch selbst Stockholm ist vermutlich nur ein Zwischenkapitel.
Denn danach beginnt die Fahrt Richtung Süden entlang der Ostküste und schließlich hinein nach Småland. Genau dort stelle ich mir Schweden am intensivsten vor. Orte wie Vimmerby oder Lönneberga tragen schon beim Lesen eine besondere Stimmung in sich. Wälder. Kleine Höfe. Seen im Abendlicht. Schotterstraßen. Vielleicht genau dieses Schweden, das viele von uns als Kinder in Filmen gesehen haben.
Ich glaube, dort werde ich besonders oft anhalten müssen. Nicht weil ich müde bin, sondern weil die Landschaft zu schön wird, um einfach nur durchzufahren.
Und dann sind da noch die vielen kleinen Momente, auf die ich mich freue:
Kochen am Wasser mit dem Trangia. Spätabends noch fotografieren, weil es im Norden einfach nicht richtig dunkel wird. Das Geräusch von Wind in den Wäldern. Die erste kalte Cola nach einem langen heißen Tag. Fähren. Kleine Häfen. Gespräche unterwegs. Und dieses unglaubliche Gefühl, morgens aufzuwachen und nicht genau zu wissen, was der Tag bringt.
Vielleicht ist genau das für mich die größte Freiheit überhaupt.
Am Ende werde ich nach fast einem Monat Trelleborg erreichen. Dort wartet am 6. August die Fähre nach Rostock. Und wahrscheinlich wird genau dieser Moment seltsam werden. Einerseits die Freude über das Erlebte. Andererseits das Wissen, dass dieses Abenteuer langsam zu Ende geht.
Denn ich kenne dieses Gefühl schon von anderen Touren:
Irgendwann wird das Fahrrad unterwegs nicht mehr einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Es wird Alltag. Zuhause. Rhythmus. Freiheit.
Und genau deshalb glaube ich, dass diese Reise mehr wird als nur eine Fahrradtour.
Vielleicht wird sie genau das Abenteuer, das ich gerade brauche.
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